Das Halstuch als Kleidungsstück

Dass Kleidung visuelle Aussagen jenseits modischer Statements treffen kann, beschäftigt Lenka Kühnertová seit ihrem Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. In ihrer Diplom-Kollektion hat sich Lenka Kühnertová mit den Regeln und Geheimzeichen in der Garderobe britischer Dandys beschäftigt. Dabei recherchierte sie, dass ein Tuch allein durch seine Art, es zu tragen, gesellschaftlich wirksame Signale senden kann. Deshalb bietet Lenka Kühnertová regelmäßig Tuch-Knoten Workshops an, die jedem ermöglichen das Potential eines Halstuches, das Material und die Optik, optimal zu binden und in Szene zu setzen. Historisch bekannt sind die strengen Kleiderordnungen und Regeln wie Halstücher gebunden werden aus dem Militär, uniformierten Jugendorganisationen wie Pfadfinder und traditionellen Trachten. Ob als Foulard, Lavallière, Schal, Stola oder gar als Umhang getragen – die Übergänge sind fließend, je nach Größe und Material des Tuchs und Intention des Designs und der Trägerin oder des Tragenden. Auch die heute übliche Kombination von als Kopftuch oder als Bandera getragenen Seidenschals und Halstücher hängen von der Art ab, wie die Tücher gebunden werden. Tücher als Kleidungsstücke bieten ihren Trägern und Trägerinnen je nach Witterung, Anlass und Geschmack kreative Möglichkeiten diese auf vielfältige Arten zu tragen und ihrer Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen.