Manueller Stoffdruck in der Kühnertová Manufaktur

Vorbereitung Siebdruck

Ist diese Phase der Motiv- und Farbfindung abgeschlossen, fertigt Lenka Kühnertová die Filme für die Belichtung und die passenden Siebrahmen für den Flachdruck an. Auch das geschieht von Hand. Die mal eher abstrakten, mal ornamentalen, dann wieder geradezu naturalistischen Motive werden mit schwarzer Tusche auf die Folien gepinselt oder gezeichnet. Kreative Impulse sind möglich, da die Gestalterin die Muster und Linien ihrer Vorzeichnungen immer wieder anders auf die Folien arrangiert und so zu neuen Anordnungen findet. Durch den tiefdunklen Tuscheauftrag entstehen Filme mit lichtundurchlässigen Partien. Die zuvor beschichteten Siebrahmen werden mit Hilfe dieser Folien belichtet. Auf diese Weise entsteht ein Netzgewebe, das für die Druckfarben dauerhaft offenporige und geschlossene Flächen aufweist.

 

Der Siebdruck

Zunächst müssen sich die Siebrahmen in Probedrucken bewähren. Erst dann beginnt am langen Drucktisch die eigentliche Produktion. Drei bis vier Wochen veranschlagt Lenka Kühnertová für eine Kollektion. In der Regel arbeitet Lenka Kühnertová wie eine traditionelle Grafikerin mit Pigment- und Ätzdruck, beides Flachdruckverfahren. Beim Pigmentdruck presst sie die zuvor selbst gemischte Farbepaste mit Hilfe einer Gummirakel durch das feinmaschige Gewebe des Siebrahmens. An den ungestalteten Partien sind die netzartigen Öffnungen verschlossen, so dass hier keine Farbe auf den Stoff gelangen kann. Für jede zu druckende Farbe muss ein eigener Rahmen hergestellt werden. Bei mehrfarbigen Drucken werden entsprechend viele Siebrahmen benötigt, die nacheinander passgenau auf den Stoff treffen müssen. Das verlangt nicht nur viel Körperkraft, sondern auch höchste Konzentration. Eine Unachtsamkeit kann die Arbeit von Stunden zunichte machen. Beim Ätzdruck werden dem Stoff keine Pigmente zugefügt, sondern entzogen. Daher wird der Siebrahmen mit einer oxidierenden oder ätzenden Paste präpariert. An jenen Stellen, an denen die Paste durch das Netzgewebe auf den zuvor gefärbten Stoff trifft, wird der Farbstoff zerstört. Bei der sogenannten Weißätze entstehen so helle Motive beziehungsweise Zeichnungen auf dunklerem Grund. Weiter: Die Kollektion

Printing process
My communication design studies have given me an entry point into various printing processes.
I am therefore prone to employ traditional screen-printing techniques as a logical consequence of my graphic drafts. All colour tones are mixed with great care in Stuttgart, using individual basic pigments. The films and screen-printing stencils are also developed here. In the KÜHNERTOVÁ Manufactory I print the fabrics and develop them into final products.